Kanurodeln

Zu Karneval mal was ganz anderes? Dieses Jahr ergab es sich, dass der Austausch mit den Rennrodlern der Sportschule von Oberhof auf das Faschingswochenende fiel. In Oberhof wurden an diesem Wochenende die Juniorenweltmeisterschaften der Rennrodler ausgetragen. Ein idealer Einstieg für die Kanutinnen und Kanuten aus Sömmerda, um aus nähester Nähe zu sehen, was man mit und auf einem Rodelschlitten alles machen kann.

Aber von vorne. Am Freitag Mittag ging es mit 11 begeisterten Kindern und Jugendlichen sowie drei Betreuern auf den Weg nach Oberhof. Dort erwarteten uns die RennrodlerInnen aus Oberhof, die bereits im letzten Jahr bei uns in Sömmerda waren. Zuerst ging es ins Freie und die Bob-/Rodelbahn wurde besichtigt. Da dort bereits die Wettkämpfe der Juniorinnen stattfanden, wurde kräftig angefeuert. Danach durften wir auf der Startanlage mit das „Anpaddeln“ üben, wie es hier genannt wird, wenn man nach dem Start noch kräftig anschiebt bzw. besser gesagt anzieht, um noch etwas mehr Schwung zu bekommen. Auch ein Simulationsgerät für die feinfühlige Lenkung des Rodels wurde getestet. Nach dieser Kennenlernphase kamen auch wir zu unserem Freitagstraining, wenn auch in etwas anderer Form. Diesmal durchliefen wir ein intensives Balltraining, das wir gut 1 1/2h durchhielten.

Danach waren wir ausreichend entspannt, freuten uns auf das Abendessen und die neue Sportart „Kanurodeln“. Mangels ausreichendem Schnee auf den Hängen um Oberhof ging es für eine gute Stunde in die Skihalle. Hier galt es mit Kanu und Paddel formschön und sicher den Skihang hinunterzukommen, dabei gut auszusehen und Spaß zu haben. Schade, dass es im Winter so wenig Schnee in direkter Umgebung gab, sonst könnten wir hier glatt ein neues Trainingsprogramm daraus gestalten. Spät abends ging es ins Sportlerheim von Suhl zum Übernachten.

Am Samstag ging es erst einmal entspannt los. Mit den mitgebrachten „Lärminstrumenten“ feuerten wir die Junioren bei ihren Doppelsitzerweltmeisterschaftsläufen an. Nach dem Mittag ging es in die Teamwettbewerbe und danach für uns auch endlich wieder zum ersten echten Eiskontakt mit Rennrodel- und Skeletonschlitten. Wir durften über zwei Stunden lang in der speziellen gut 100m langen Starthalle, auf der in zwei Eisbahnen Starts von Rodel und Skeleton erklärt, trainiert und verbessert werden können, ausprobieren, üben und für die, die schon mehrmals da waren, bereits an der Technik feilen.

Es ist doch jedes Mal wieder erstaunlich, dass es nicht wenige Parallelen der Sportarten Rennrodeln und Kanuslalom/Kanuabfahrt gibt. So war den Paddelschülern die Ansage „ihr müsst ganz weit nach vorne greifen, um den nötigen Zug zu bekommen“ sicher vertraut. Auch der Körpereinsatz zum Lenken war ähnlich. Allerdings gab es auch einige Dinge, die total anders sind. So wäre eine möglichst steife Hüfte beim Start für Kanuten eher nachteilig, ist für Rodler aber unerlässlich, um die Kraft auf die Bahn zu übertragen.

Nach dem Abendessen ging es beim gemeinsamen Bowling auch um eine Auswertung der bisherigen Aktivitäten und ein weiteres Zusammenwachsen der SportlerInnen.

Nach einer sehr ruhigen Nacht (junge Menschen können so gut schlafen, wenn ausreichend ausgelastet) ging es nun auf die echte Rodelbahn. Leider hatte am Sonntag das Wetter nicht mehr mitgespielt und es regnete fast beständig. In der Bahn aber war es trocken. Natürlich starteten wir nicht gleich von ganz oben. Wer wollte, durfte die echten Rennrodelschlitten ausprobieren und/oder auch mit dem Ice-Tube (einem Schlauchring mit Boden vergleichbar) sogar von etwas weiter oben im Einzel oder in Kleingruppen bis zu vier Personen starten. Dass wir selbst im unteren Drittel der Strecke bis zum Ziel Geschwindigkeiten von gut 50 km/h erreichten, war anfangs schon beeindruckend und ließ uns alle vorsichtig beginnen. Doch mit den Fahrten kam die Freude und der Spaß immer mehr auf und wir versuchten nun auch möglichst schnell und nicht mehr nur möglichst sicher ins Ziel zu kommen. Die Zeit verging so schnell, und als wir um 11 Uhr von der Strecke mussten, waren alle glücklich und traurig zugleich. Wir wären alle gerne noch länger in der Bahn unterwegs gewesen. Da nun auch noch Sturmwarnungen aufkamen und wir die Boote auf dem Dach zurücktransportieren mussten, fuhren wir kurz nach dem Mittagssnack nach Hause.

Die Oberhofer Schüler unter Leitung ihrer TrainerInnen Marion und Fabian halfen uns in den beiden Tagen mit vollem Einsatz bei Start, Ziel und dazwischen und feuerten uns auch auf der Strecke an. Vielen Dank an alle Beteiligten aus Oberhof!

Bereits während des Abendessens am Samstag wurde wieder ein Gegenbesuch im Juli in Sömmerda vereinbart. Wir freuen uns schon, unseren lieben Gastgebern der letzten beiden Tage den Spaß an der flüssigen Form des Wassersports sehr bald nahebringen zu können.