Archiv für den Monat: September 2019

Respektables Ergebnis

Nachdem das Duo Lea Sophie Barth (Sömmerda) und Constanze Feine (Schkopau/Jena) bei der U23 WM in Banja Luka nicht nur auf der Langstrecke Weltmeisterinnen geworden sind, sondern auch im Sprint nur durch einen kleinen Fahrfehler Edelmetall verpassten, wurden beide für die Sprint-WM der Wildwasserrennsportler in Seu d´Urgel nachgemeldet. Bereits am 18. September reisten die beiden mit dem Team an, um noch eine Woche lang abends (nach den Slalom-KanutInnen) auf der Olympiastrecke von 1992 trainieren zu können. Die Strecke ist anspruchsvoll und hat ihre Tücken.

Lea Sophie Barth trainierte aber nicht nur mit ihrer Zweierpartnerin sondern auch im C1, denn sie war die dritte Fahrerin der deutschen Mannschaft bei den C1 Mannschaftsrennen. Hier holte sie mit Sabrina Barms und Maren Lutz am Mittwoch den dritten Platz hinter Frankreich und Tschechien.

Am Freitag waren dann die Ausscheidungsrennen für die C2-Fahrerinnen. Hier ging es nur um die Reihenfolge für den Start am Samstag. Constanze und Lea belegten hier nur knapp hinter den Slowakinnen den fünften Platz und lagen damit vor der zweiten (routinierteren?) deutschen Mannschaft.

Am Samstag Abend ging es dann ums Ganze. Das Finale war sehr spannend. An den überragenden Französinnen kam keiner vorbei und auch die Italienerinnen waren diesmal nicht zu schlagen. Wenn auch nur um 3 hundertstel als Abstand auf den zweiten Platz konnten sich diesmal die Routiniers aus Deutschland Sabrina Barms und Maren Lutz den dritten Platz erkämpfen. Lea und Constanze platzierten sich aber noch vor den Australierinnen und den Slowakinnen auf dem fünften Platz Für die erst seit knapp einem Jahr zusammen fahrenden U23-Teilnehmerinnen ein beachtlicher Erfolg bei den deutlich erfahreneren Konkurrentinnen.

Friday for Future bei den Kanuten

Nicht nur mit wichtigen Demonstrationen – wie am ersten Weltkinder-Feiertag auch in Thüringen in vielen Städten der Fall – kann man für die Umwelt eintreten. Der Kanu-Club Sömmerda e.V. brachte an diesem Feiertag jung (ab unter einem Jahr) und alt (80 Jahre) zusammen und führte bei einer wunderschönen Kajak-Abfahrt von Straußfurt bis Sömmerda nicht nur die Generationen zusammen, sondern leistete durch das Einsammeln des Mülls auf der gesamten Strecke (so weit er vom Boot aus erreichbar und mit dem Boot transportiert werden konnte) auch einen Beitrag zum Umweltschutz. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz und die naturkundlichen Erläuterungen wurden gerne angenommen. So war es durchaus interessant, wie schnell Spinnen auf dem eingesammelten Unrat bereits ein komplettes neues Netz gesponnen hatten. Aber auch das gesichtete Amerikanische Nerz (Mink) war eine Besonderheit. Die vielen neuen Spuren der Biber an der Strecke und die schon bekannten Eisvögel und Schafstelzen zeigen, dass die Bemühungen zur naturnäheren Gestaltung der Unstrut erfreuliche Erfolge zeigen. Ausklingen ließen wir die Aktion mit einem kleinen Imbiss und viel Sonnenschein.

Natur pur und Wasserspaß

Auf dem Bootsanhänger des Kanu-Club Sömmerda e.V. stapeln sich bunte Kajaks in allerlei Farben und Formen, im Kofferraum Kisten mit Grillgut und Salaten neben Zelten, Paddelklamotten und Schwimmwesten, die noch vom Nachmittagstraining der Slalomkids vor sich hin tröpfeln und den verheißungsvollen Duft von nassem Neopren verströmen.

Vom Ufer der Unstrut geht es direkt ans Ufer der Saale zur Kanustation Döbritschen.

Ankommen, Zelte aufbauen, runterkommen, im Lagerfeuer stochern – in nur 3 Stunden wechseln alle in den entschleunigten Modus des Familien-Paddelwochenendes. Zwei Tage gemütliches Paddeln auch für die, die sonst nur ihren Kindern dabei zuschauen, kurze Strecken in schöner Landschaft, die auch die Jüngsten nicht überfordern, haben wir uns vorgenommen.

Für die erste Tagesetappe setzen wir die Boote flussaufwärts in Porstendorf ein. Infolge der monatelangen Trockenheit ist der Wasserstand der Saale so niedrig, dass wir die ersten Meter buchstäblich „wasserwandern“ müssen, bis es für die sprichwörtliche Handbreit Wasser unter dem Kiel reicht.

Während die Erwachsenen ihr Augenmerk eher auf Fauna und Flora am Ufer und die hoch über den Fluss liegenden Dornburger Schlösser richten, amüsiert sich die Jugend damit, die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Gefährte auszuloten und zu vergleichen. Schon mal Liegestütze auf dem Deck eines Slalombootes probiert? Geht!

Zur Kaffeezeit landet die kleine Flotte wieder am Lageplatz in Döbritschen an. Aber die Slalomkids trügen ihren Namen zu Unrecht, wären sie jetzt schon vom Wasser wegzubringen. Der in Mitteldeutschland einzigartige Borsten-Kanufischpass hilft nicht nur Fischen am Wehr vorbei nach oben und Wanderpaddlern nach unten, sondern lässt sich auch mit Slalombooten hinauf wie hinunter befahren, mit Paddel oder ohne, vorwärts wie rückwärts, im Boot sitzend oder obendrauf liegend, und am besten gleich noch einmal.

Am Sonntag gesellen sich die frischgebackenen U23-Weltmeisterinnen im Canadier Zweier im Wildwasserrennsport, Lea Sophie Barth und Constanze Feine zu uns. Sie nutzen die Strecke für eine zusätzliche Einheit Sprinttraining in der Vorbereitung für die „große“ WM im September.

Unterhalb von Döbritschen wird das Saaletal schmaler, die Fließgeschwindigkeit höher, die Kurven enger. Kommen dann noch Hindernisse in Form von Brückenpfeilern oder querliegenden Bäumen dazu, bietet die scheinbar so harmlose Saale durchaus ein paar sportliche Herausforderungen, die jedoch von allen sicher bewältigt werden.

Wir beschließen unsere Tour am Ausstieg Kaatschen und nehmen eine erste Auswertung vor: Wetter, Strecke, Campingplatz – alles schön, so machen wir das nächstes Jahr wieder. Will noch jemand mit?