Kanuten fliehen vor Wassermangel in die Berge

Wieder sind wir am Kanu-Club seit Monaten ohne Wasser und das Wetter ist so schön. Also was tun? Wir haben ja das Glück, dass wir seit einem Jahr mit den Rennrodlern der Sportschule von Oberhof einen Kontakt aufgebaut und mit Leben gefüllt haben, den wir gerne wieder nutzen.

Also geht es nach viel Vorbereitung am Samstag mit 12 begeisterten Kindern und Jugendlichen sowie vier Betreuern auf den Weg nach Oberhof. Dort wartet zwar leider keine Sonne mehr, aber – als Einstimmung – ein Wettkampf der Schüler C (also die Altersklasse auch der meisten unserer jungen Paddler) im Rennrodeln auf der Bobbahn von Oberhof. Auch wir dürfen danach wieder aktiv werden. Fast zwei Stunden lang üben wir in der speziellen gut 100m langen Starthalle, auf der in zwei Eisbahnen Starts von Bob, Rodel und Skeleton erklärt, trainiert und verbessert werden können.

Nach einem typisch thüringischen Mittagessen wird der Plan geändert. Da aufgrund der sehr warmen Tage vor unserem Besuch der Schnee das Weite gesucht hat, können wir nicht auf den Skihang mit unseren Booten. Deshalb dürfen wir auf der elektronischen Startanlage mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Neigungen das „Anpaddeln“ üben, wie es hier genannt wird, wenn man nach dem Start noch kräftig anschiebt bzw. besser gesagt anzieht, um noch etwas mehr Schwung zu bekommen. Auch ein Simulationsgerät für die feinfühlige Lenkung des Rodels wird getestet. Danach ist richtig heftiges Training angesagt mit einem Kraft, Ausdauer und Gelenkigkeit fordernden Zirkellauf, sowie Trampolinübungen für die Spannkraft und noch einmal Anpaddelübungen auf Rollschlitten.

Es ist doch jedes mal wieder erstaunlich, dass es einige Parallelen der Sportarten Rennrodeln und Kanuslalom/Kanuabfahrt gibt. So war den Paddelschülern die Ansage „ihr müsst ganz weit nach vorne greifen um den nötigen Zug zu bekommen“ sicher vertraut. Auch der Körpereinsatz zum Lenken war ähnlich. Allerdings gab es auch einige Dinge, die total anders sind. So wäre eine möglichst steife Hüfte beim Start für Kanuten eher nachteilig, für Rodler aber unerlässlich, um die Kraft auf die Bahn zu übertragen. Das abschließende Abendessen in der Thüringer Hütte ist dann auch zum Auftanken der verbrannten Kalorien nötig.

Nach einer sehr ruhigen Nacht (junge Menschen können so gut schlafen, wenn ausreichend ausgelastet) geht es nun auf die echte Rodelbahn. Natürlich nicht gleich von ganz oben. Wer will, darf die echten Rennrodelschlitten ausprobieren und/oder auch mit dem Ice-Tube (einem Schlauchring mit Boden vergleichbar) sogar von etwas weiter oben im Einzel oder in Kleingruppen bis zu vier Personen starten. Dass wir selbst im unteren Drittel der Strecke bis zum Ziel Geschwindigkeiten von gut 50 km/h erreichen, ist anfangs schon beeindruckend und lässt uns alle vorsichtig beginnen. Doch mit den Fahrten kommt die Freude und der Spaß immer mehr auf und wir versuchen nun auch möglichst schnell und nicht mehr nur möglichst sicher ins Ziel zu kommen. Die Zeit vergeht so schnell, und als wir um 12 Uhr von der Strecke müssen, sind alle glücklich und traurig zu gleich. Wir wären alle gerne noch länger in der Bahn unterwegs gewesen. Doch das Mittagessen ist bestellt und will vernichtet werden.

Danach geht es für zwei Stunden in die Eishalle Ilmenau zum Schlittschuh fahren. Danach sind auch alle ausreichend müde, dass auf der Heimfahrt kaum mehr geredet wird.

Die Oberhofer Schüler unter Leitung ihrer Trainer Fabian, Max und Marion helfen uns in den beiden Tagen mit vollem Einsatz bei Start, Ziel und dazwischen und feuern uns auch auf der Strecke an. Vielen Dank an alle Beteiligten aus Oberhof!

Bereits während des Abendessens wurde wieder ein Gegenbesuch im Juli in Sömmerda vereinbart. Wir freuen uns schon, unseren lieben Gastgebern der letzten beiden Tage den Spaß an der flüssigen Form des Wassersports sehr bald nahebringen zu können.