Erfolgreicher Saisonauftakt

Nachdem das Rennen in Diez Ende Februar temperaturbedingt ausfallen musste, waren die Schüler und Erwachsenen des Kanu-Club Sömmerda e.V. froh, endlich wieder ein Rennen fahren zu dürfen. Dieses Wochenende war in Fulda für unsere Sportler und Sportlerinnen der Auftakt beim Wildwasserrennsport. Über 30 Vereine hatten Teilnehmer gemeldet. Anders als sonst für Fulda üblich, war es diesmal vor Ort nicht kalt, nass und schlammig, sondern warm, nass und schlammig.

Am Samstag wurden die Läufe für die Sprintrennen ausgetragen. Nun sollte es sich zeigen, ob das Training im Kraftraum und in der Schwimmhalle über den Winter richtig abgestimmt war. Möglicherweise auch durch die Temperaturen beschwingt, konnte Julius Elias Barth nicht nur seinen persönlichen „Favoritentöter“ geistig und paddeltechnisch bezwingen, nein, er holte sich sensationell sogar den Sieg mit 0,79 Sekunden Vorsprung in der Klasse K1 der Schüler C. Artur Mietsch holte sich beim Rennen der Schüler A im C1 den tollen zweiten Platz und belegte kurze Zeit später im K1 den beachtlichen 14ten Platz. Am späten Nachmittag waren die Erwachsenen dran. Hier wurde Lea Sophie Barth bei den Damen im C1 ebenfalls Zweite.

Am Sonntag ging es dann auf die lange Classicstrecke. Unsere fleißigen SportlerInnen konnten hier fast das selbe Ergebnis erkämpfen wie am Tag zuvor beim Sprint. Julius Elias Barth wurde in der Klasse K1 der Schüler C Erster. Artur Mietsch holte sich beim Rennen der Schüler A im C1 den zweiten Platz und belegte im K1 diesmal den 15ten Platz. Lea Sophie Barth wurde bei den Damen im C1 ebenfalls wieder Zweite.

Ein gelungener Auftakt und alle hatten viel Spaß. Für alle, die sich mal ein solches Rennen direkt anschauen wollen, empfehlen wir, sich den 16. und 17. Juni freizuhalten. Dort finden in Sömmerda auf dem Wildwasserkanal des Kanu-Club Sömmerda e.V. die Deutschen Meisterschaften im Sprint statt. Genauere Informationen werden noch veröffentlicht.

Haben Sie auch Interesse an Kanu-Slalom? Dann bietet sich der 22. April an. An diesem Tag finden Wettbewerbe zur Mitteldeutschen Meisterschaft sowie zur Thüringischen Meisterschaft statt.

Text: Lea Sophie Barth und Peter Sporrer
Bilder: Lea Sophie Barth

Kanuten auf dem Eis

Aus einem zufälligen Treffen zweier Faltbootfahrer auf der Unstrut kurz vor Naumburg an einem Wehr und einem Wiedersehen im Rahmen des crowdfunding-Projekts zum Kurbelschott wurde ein Kontakt zum Sportgymnasium Oberhof und der dortigen Rodel- und Skeleton-Gruppe. Dieser mündete am Freitag zum ersten sportartübergreifenden Treffen von Sömmerdaer Jungkanuten und deren Übungleitern mit den Rennrodlern aus und in Oberhof. Zusammen mit einer weiteren Gruppe von Kanuten aus Bremen wurden wir nach der Begrüßung im Sportgymnasium in Gruppen aufgeteilt und konnten in Form eines „Zirkeltrainings“ nicht nur die Sportschule als solches, sondern auch die verschiedensten Trainingsmöglichkeiten der Schüler und Schülerinnen dort kennenlernen. Diese führten uns intensiv in ihre Trainingsabläufe ein und wir durften nicht nur die uns ungewohnten Geräte ausprobieren, sondern bekamen auch gute Tipps für die Anwendung in der Praxis, was uns am Nachmittag sehr helfen sollte.

Dabei wurden auch sehr schnell einige Parallelen der Sportarten Rennrodeln/Skeleton und Kanuslalom/Kanuabfahrt deutlich. So war den Paddelschülern die Ansage „ihr müsst ganz weit nach vorne greifen um den nötigen Zug zu bekommen“ sicher vertraut. Auch der Körpereinsatz zum Lenken war ähnlich. Allerdings gab es auch einige Dinge, die total anders sind. So wäre eine möglichst steife Hüfte beim Start für Kanuten eher nachteilig, für Rodler aber unerlässlich, um die Kraft auf die Bahn zu übertragen.

Nach einem Mittagessen in der Schule ging es direkt an die Oberhofer Bobbahn. Drei Stunden lang durften wir hier (natürlich nicht gleich von ganz oben) Rodelschlitten und, wer wollte, auch andere Sportgeräte wie Skeleton ausprobieren. Das wir selbst im unteren Drittel der Strecke bis zum Ziel Geschwindigkeiten von gut 50 km/h erreichten, war anfangs schon beeindruckend und ließ uns alle vorsichtig beginnen. Doch mit den Fahrten kam die Freude und der Spaß immer mehr auf und wir versuchten nun auch möglichst schnell und nicht mehr nur möglichst sicher ins Ziel zu kommen.

Die letzten Abfahrten des offiziellen Training wurden dann sogar in einem Ice-Tube (einem Schlauchring mit Boden vergleichbar) von ganz oben durchgeführt. Ein tolles Erlebnis, bei dem man eine Ahnung dessen bekommt, was man hier mit einem echten Rodelschlitten erleben kann. Die erreichen Geschwindigkeiten über 100km/h, und der Druck in den Kurven kann dann auch deutlich über die dreifache Erdanziehungskraft hinausgehen.

Die Oberhofer Schüler unter Leitung ihrer Trainerin Marion Thees halfen uns mit vollem Einsatz bei Start und Ziel und feuerten uns auch auf der Strecke an. Vielen Dank an alle Beteiligten aus Oberhof!

Nach dem Abendessen im Sporthotel gab es dann noch einen weiteren Höhepunkt. Marion und die Schule konnten es organisieren, dass wir in einem zehnsitzigen Eis-Raft von ganz oben den Kanal befahren durften. Da kam echtes Achterbahngefühl auf und war ein toller Abschluss des Tages.

Bereits während des Abendessens wurde ein Gegenbesuch im Juni in Sömmerda vereinbart, und damit können wir an eine alte Tradition anschließen. In früheren Jahren trainierte die Nationalmannschaft der Rodler regelmäßig 14 Tage pro Jahr auf dem Wildwasserkanal in Sömmerda. Sportlicher Austausch ist nun wieder gegeben, und wir freuen uns schon darauf, den Rodlern den Spaß an der flüssigen Form des Wassersports sehr bald nahebringen zu können.

Tour de Wipper

Es ist Faschingszeit, und was machen da die Kanuten? Feiern, auf ihre Art. Beim Altstadtfasching im Bootshaus ist das Dschungelfieber ausgebrochen, das bekanntermaßen am besten mit einer reichlichen Dosis Spaß und Tanz behandelt wird.

Während sich in Weißensee die Jecken am Gondelteich sammeln, steigen im schönen Göllingen im Kyffhäuserkreis sechs Gestalten in merkwürdigen Aufzügen aus einem Kleinbus. Neopren, Trockenjacken und Schwimmwesten, dazu ein Hänger voller Boote – die wollen doch nicht etwa … ? Doch, genau wollen die!

Für das sehenswerte Kloster in Göllingen ist heute leider keine Zeit, der reizende Kleinfluss Wipper trägt uns in zahlreichen Schleifen vorbei an Seega und Günserode vorbei über Bilzingleben bis nach Kindelbrück, wo die Fahrt enden soll.

Doch alles schön der Reihe nach. Gut verpackt in wasserdichter Kleidung starten wir bei der Brücke am Ortsausgang von Göllingen. Der Einstieg ist glitschig und rutschig, so dass wir hier schon die ersten „Gefahren“ bestehen mussten. Unter der Brücke durch, geht es am Rande von Göllingen entlang. Hier haben wir schon die ersten Zuschauer, die völlig überrascht sind von diesem „Aufzug“.

Das Wipper hat gut Wasser, aber nicht zu viel und die Strömung ist angenehm, so dass wir auch, ohne uns anzustrengen, schnell vorankommen. Doch schon das kühle und vor allem sehr windige Wetter bringt uns doch schnell dazu, wieder selber kräftig zu paddeln, um warm zu werden. Einzelne kleine Stromschnellen, z.B. kurz vor Seega (dessen Wappen auf die Wipper hinweist) sind dann die ersten Bewährungsproben für all diejenigen, die zum ersten mal im freien Wildwasser unterwegs sind. Nach anfänglichen Bedenken werden die Stellen gemeinschaftlich gemeistert. Hinter Seega gibt die Papiermühle noch einmal ein paar schöne Wellen ab. Leider ist die Ruine Arnsburg vom Wasser aus nicht gut zu erkennen. Am Wipperdurchbruch können wir das schöne Tal mit dem freiliegenden Muschelkalk auch ohne Sonne genießen. Gerade hier im Naturschutzgebiet bei Günserode blühen im Frühjahr unzählige geschützte Orchideen.

Nun wechseln wir in den Landkreis Sömmerda über. Kurz vor Bilzingsleben, dem Fundort des mittlerweile weltbekannten Homo erectus bilzinglebenensis, ist noch eine Stufe unter einer Brücke zu bewältigen, die dem Fotografen – bedacht auf besonders beeindruckende Bilder – fast zum Verhängnis wird und dadurch nur Bilder mit viel Wasser ergibt.

Hinter Bilzingsleben geht es dann in die letzte große Flussschleife, und keine 20 Minuten später ist die schöne Abfahrt auch in Kindelbrück bereits zu Ende. Die Neuzugänge an Mensch und Material haben sich bewährt und bei heißem Tee und gut gekühlter Schoki entstehen schon die nächsten Pläne – es ist doch schon fast Frühjahr.

Insgesamt ein sehr gelungener Ausflug in die schöne Natur und die kulturellen Möglichkeiten, die unsere Region bietet.