Projektbeschreibung

Der intensiv von Vereinen, Universitäten, Schulen, und Einzelpaddlern genutzte Wildwasserkanal in Sömmerda benötigt ein Kurbelschott, das von einer Person bedient werden kann. Zugunsten der benachbarten Wasserkraftanlage ist der Kanukanal mit Holzbalken verschlossen und wird nur zum Training, für Wettkämpfe und andere Veranstaltungen kurzzeitig geöffnet. Das Herausziehen der Balken ist nur von zwei kräftigen Personen gemeinsam zu bewältigen, für einzelne Sportler, ältere Paddler, durchschnittlich kräftige Frauen und Kinder/Jugendliche sind die Nutzungsmöglichkeiten daher stark eingeschränkt.

Dieses Jahr feiert der Kanukanal in Sömmerda seinen 40. Geburtstag. Einst als Trainings- und Wettkampfstrecke für den Leistungssport angelegt, ist er heute Ziel und Treffpunkt für Paddlerinnen und Paddler aus allen Bereichen des Kanusports.

Der Kanukanal in Sömmerda ist ist die einzige künstliche Wildwasserstrecke in Thüringen und neben der in Markkleeberg auch die einzige in den östlichen Bundesländern. Er ist die einzige Sportstätte seiner Art in Nord-und Mitteldeutschland und wird deshalb nicht nur von den Mitgliedsvereinen des Thüringer Kanuverbandes, sondern von Kanusportlern aus dem ganzen Bundesgebiet genutzt und geschätzt. Wir richten regelmäßig überregionale Wettkämpfe und Meisterschaften mit bis über 300 Teilnehmern aus.

Außer dem eigentlichen Sportbetrieb finden auf dem Kanukanal in Sömmerda jedes Jahr große Publikumsveranstaltungen wie v.a. das Sömmerda Rafting mit weit über 1000 Besuchern und das Entenrennen des Rotary Club statt.

Insgesamt bringen diese Veranstaltungen jedes Jahr etliche hundert Besucher und Übernachtungsgäste in den Kreis und die Stadt Sömmerda.

Um den Betrieb der Wasserkraftanlage an der Dreyse-Mühle nicht zu beeinträchtigen, ist der Kanukanal regelmäßig geschlossen und wird nur zum Training sowie für Wettkämpfe und andere Veranstaltungen kurzzeitig geöffnet.

Die derzeitige Abschottung besteht aus Holzbalken, die einzeln von Hand und gegen den Wasserdruck nach oben herausgehoben werden müssen. Dies ist nur von zwei kräftigen Männern gemeinsam zu bewältigen.

Für einzeln trainierende Sportler, ältere Vereinsmitglieder, Frauen und Kinder ist deshalb die Nutzbarkeit des Kanals seitdem stark eingeschränkt. Dies ist nicht nur ein grundsätzlich unhaltbarer Zustand, sondern beeinträchtigt auch die Förderung unserer – noch! – national und international erfolgreichen Leistungssportler wie z.B. Lea Sophie Barth (Deutsche Meisterin WWR 2016), Thomas und Michael Kühn (World Masters Games 2013). Diese und weitere Sportler/innen des Kanu-Club Sömmerda e.V. wurden in den letzten Jahren mehrfach als Sportler/in des Jahres geehrt und repräsentieren mit ihren Leistungen nicht nur den Verein und den Kanusport als solches, sondern auch den Standort Sömmerda und den Leistungssport in Thüringen.

Wir bemühen uns seit Jahren, Nachwuchssportler für den Kanusport zu begeistern und durch intensive Förderung im Verein und am Ort zu halten sowie den Frauenanteil im Kanusport zu heben. Als Reaktion auf den demografischen Wandel hat der Kanu-Club Sömmerda die Integration von erwachsenen Sporteinsteigern als wesentlichen Bestandteil in sein Breitensport-Konzept aufgenommen. Der Erfolg dieser Anstrengungen ist durch die eingeschränkte Nutzbarkeit des Kanukanals akut gefährdet.

Als einziger Kanusport-Verein im Landkreis und langjähriger Leistungsstützpunkt sieht sich der Kanu-Club Sömmerda e.V. in der Verantwortung, allen interessierten Sportlern ein adäquates und niederschwelliges Angebot zu machen. Hierfür ist eine entsprechende Ausstattung der Trainingsstätte unabdingbar.

Aus diesem Grunde planen wir, die Balkenkonstruktion durch je ein Kurbelschott für die beiden Einläufe zu ersetzen. Diese sind dann von einer Person bedienbar. Dies ist eine erhebliche Investition, die der Verein alleine nicht aufbringen kann. Um aber der lokalen, regionalen und überregionalen Bedeutung des Kanals für Gesundheit, Sportförderung und Integration Rechnung zu tragen, ist diese Maßnahme unerläßlich.