Archiv für den Monat: Februar 2018

Kanuten auf dem Eis

Aus einem zufälligen Treffen zweier Faltbootfahrer auf der Unstrut kurz vor Naumburg an einem Wehr und einem Wiedersehen im Rahmen des crowdfunding-Projekts zum Kurbelschott wurde ein Kontakt zum Sportgymnasium Oberhof und der dortigen Rodel- und Skeleton-Gruppe. Dieser mündete am Freitag zum ersten sportartübergreifenden Treffen von Sömmerdaer Jungkanuten und deren Übungleitern mit den Rennrodlern aus und in Oberhof. Zusammen mit einer weiteren Gruppe von Kanuten aus Bremen wurden wir nach der Begrüßung im Sportgymnasium in Gruppen aufgeteilt und konnten in Form eines „Zirkeltrainings“ nicht nur die Sportschule als solches, sondern auch die verschiedensten Trainingsmöglichkeiten der Schüler und Schülerinnen dort kennenlernen. Diese führten uns intensiv in ihre Trainingsabläufe ein und wir durften nicht nur die uns ungewohnten Geräte ausprobieren, sondern bekamen auch gute Tipps für die Anwendung in der Praxis, was uns am Nachmittag sehr helfen sollte.

Dabei wurden auch sehr schnell einige Parallelen der Sportarten Rennrodeln/Skeleton und Kanuslalom/Kanuabfahrt deutlich. So war den Paddelschülern die Ansage „ihr müsst ganz weit nach vorne greifen um den nötigen Zug zu bekommen“ sicher vertraut. Auch der Körpereinsatz zum Lenken war ähnlich. Allerdings gab es auch einige Dinge, die total anders sind. So wäre eine möglichst steife Hüfte beim Start für Kanuten eher nachteilig, für Rodler aber unerlässlich, um die Kraft auf die Bahn zu übertragen.

Nach einem Mittagessen in der Schule ging es direkt an die Oberhofer Bobbahn. Drei Stunden lang durften wir hier (natürlich nicht gleich von ganz oben) Rodelschlitten und, wer wollte, auch andere Sportgeräte wie Skeleton ausprobieren. Das wir selbst im unteren Drittel der Strecke bis zum Ziel Geschwindigkeiten von gut 50 km/h erreichten, war anfangs schon beeindruckend und ließ uns alle vorsichtig beginnen. Doch mit den Fahrten kam die Freude und der Spaß immer mehr auf und wir versuchten nun auch möglichst schnell und nicht mehr nur möglichst sicher ins Ziel zu kommen.

Die letzten Abfahrten des offiziellen Training wurden dann sogar in einem Ice-Tube (einem Schlauchring mit Boden vergleichbar) von ganz oben durchgeführt. Ein tolles Erlebnis, bei dem man eine Ahnung dessen bekommt, was man hier mit einem echten Rodelschlitten erleben kann. Die erreichen Geschwindigkeiten über 100km/h, und der Druck in den Kurven kann dann auch deutlich über die dreifache Erdanziehungskraft hinausgehen.

Die Oberhofer Schüler unter Leitung ihrer Trainerin Marion Thees halfen uns mit vollem Einsatz bei Start und Ziel und feuerten uns auch auf der Strecke an. Vielen Dank an alle Beteiligten aus Oberhof!

Nach dem Abendessen im Sporthotel gab es dann noch einen weiteren Höhepunkt. Marion und die Schule konnten es organisieren, dass wir in einem zehnsitzigen Eis-Raft von ganz oben den Kanal befahren durften. Da kam echtes Achterbahngefühl auf und war ein toller Abschluss des Tages.

Bereits während des Abendessens wurde ein Gegenbesuch im Juni in Sömmerda vereinbart, und damit können wir an eine alte Tradition anschließen. In früheren Jahren trainierte die Nationalmannschaft der Rodler regelmäßig 14 Tage pro Jahr auf dem Wildwasserkanal in Sömmerda. Sportlicher Austausch ist nun wieder gegeben, und wir freuen uns schon darauf, den Rodlern den Spaß an der flüssigen Form des Wassersports sehr bald nahebringen zu können.